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Dämmung: In welcher Reihenfolge, was sie bringt und was sie kostet

Redaktion energienachhalt.de, Stand Oktober 2026

Dämmen ist keine Frage von „ja oder nein“, sondern von „wo zuerst“. Die Wärme eines Hauses geht über Dach, Wände, Fenster und Boden verloren, aber nicht gleich schnell und nicht zu gleichen Kosten. Dieser Ratgeber sortiert nach Reihenfolge, Rechnung und Förderung.

Reihenfolge: von oben nach unten, Fenster zuletzt

Am schnellsten rechnet sich meist die oberste Geschossdecke oder das Dach, weil sie leicht zugänglich ist und warme Luft nach oben steigt. Danach kommen Kellerdecke und Fassade, bei denen die Kosten höher und die Arbeiten aufwendiger sind. Fenster ersetzt man am besten zusammen mit der Fassadendämmung oder danach.

Wer nur die Fenster tauscht, bei sonst ungedämmten Außenwänden, verschiebt die kühlste Fläche in die Wand. Dort kondensiert Feuchtigkeit, und der Schimmel wächst in der Zimmerecke statt am Fensterrahmen. Ein Lüftungskonzept gehört daher zu jeder Fenstersanierung.

Wenn auch die Heizung ansteht, dämmen Sie vorher oder planen beides gemeinsam. Eine geringere Heizlast erlaubt eine kleinere Wärmepumpe, die weniger kostet und effizienter arbeitet.

Einsparung selbst ausrechnen

Der jährliche Wärmeverlust eines Bauteils ergibt sich aus Fläche, Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) und den Heizgradtagen des Ortes. Die Formel: Fläche × U-Wert-Verbesserung × Heizgradtage × 24 Stunden ÷ 1.000 ergibt Kilowattstunden je Jahr.

Ein Beispiel: 100 Quadratmeter Außenwand, U-Wert vorher 1,4 und nachher 0,25 Watt je Quadratmeter und Kelvin. Die Verbesserung beträgt 1,15, mal 100 Quadratmeter sind 115 Watt je Kelvin. Mit den 2.122 Heizgradtagen Berlins sind das 115 × 2.122 × 24 ÷ 1.000, also etwa 5.860 Kilowattstunden. Die Heizgradtage Ihres Ortes finden Sie auf jeder Ortsseite und in der Heizsaison-Rangliste. München kommt auf 2.465, entsprechend höher fällt die Ersparnis aus.

Die Rechnung ist ein Maximalwert. Sie ignoriert Wärmegewinne durch Sonne und Bewohner und nimmt an, dass der Dämmstoff sauber verarbeitet ist. In der Praxis liegt die Ersparnis oft etwas darunter.

Förderung für die Gebäudehülle seit 21. Juli 2026

Das BAFA zahlt für Dämmung, Fenster, Türen und Dach grundsätzlich 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Der iSFP-Bonus von 5 Prozent gilt seit dem 21. Juli 2026 nur noch für den Teil der Investition, der über 30.000 Euro liegt. Davor galt er auf die gesamten Kosten. Bei 20.000 Euro für die Fassade sind das 3.000 Euro Zuschuss, bei 50.000 Euro 8.500 Euro, nämlich 15 Prozent auf alles plus 5 Prozent auf die oberen 20.000 Euro.

Förderfähig sind je Wohneinheit bis zu 30.000 Euro, mit iSFP bis zu 60.000 Euro für die erste Einheit, 30.000 für die Wohneinheiten 2 bis 6 und 15.000 ab der siebten. Die Mindestausgabe beträgt 300 Euro brutto. Ein Energieeffizienz-Experte muss beteiligt sein. Der Antrag gehört vor den Beginn der Arbeiten, Verträge sollten eine Förderbedingung enthalten.

Wer das Geld lieber über die Steuer holt, kann nach § 35c Einkommensteuergesetz 20 Prozent der Kosten über drei Jahre abziehen, höchstens 40.000 Euro je Objekt. Das geht nur für selbstgenutztes, über zehn Jahre altes Wohneigentum und nicht für dieselbe Maßnahme, die das BAFA schon fördert.

Wann sich ein iSFP lohnt

Nach der Neuregelung lohnt sich der Sanierungsfahrplan vor allem bei großen Projekten und als Planungsinstrument. Die Beratung selbst bezuschusst das BAFA zur Hälfte, die Voraussetzungen stehen im Ratgeber zum iSFP.

energienachhalt.de ist redaktionell, keine Beratung und keine Vermittlung. Förderhöhen sind Orientierungswerte mit Stand Oktober 2026, verbindlich sind die Bedingungen der Förderstelle.