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Selbstbauanleitung Solaranlage im Garten

Lesezeit etwa 20 Minuten · Aufbau zu zweit etwa ein Tag, dazu ein Termin mit dem Elektriker

Am Ende stehen zwei Solarmodule auf einem Gestell im Garten, im Gras oder auf der Terrasse, und speisen über einen Wechselrichter in eine Gartensteckdose ein. Was Ihr Haus tagsüber verbraucht, liefert dann die Sonne. Wer kein geeignetes Dach, keinen Balkon und keine freie Wand hat, findet im Garten oft den besten Platz: ohne Schatten, gut erreichbar und ohne Eingriff in Dach oder Fassade.

Sie bauen das Gestell und die Module selbst auf. Die Gartensteckdose samt Erdkabel setzt ein Elektriker, denn sie hängt am Hausnetz. Diese Anleitung sagt Ihnen, was Sie vorbereiten, was der Elektriker erledigt und worauf Sie beim Standort achten.

Der Ablauf im Überblick

PhaseWas passiertWerDauer
1Standort wählen: Sonne, Schatten, Abstand zur SteckdoseSie1 bis 2 Stunden
2Anfragen: Eigentümer, Versicherung, ElektrikerSiewenige Tage bis 2 Wochen
3EinkaufSie1 Stunde plus Lieferzeit
4Graben für das Erdkabel ausheben, Fundament vorbereitenSieein halber Tag
5Erdkabel verlegen, Gartensteckdose setzen und anschließenElektriker1 Termin
6Gestell und Module aufbauen, Wechselrichter ansteckenSie und ein Helferein halber Tag
7Anmeldung im MarktstammdatenregisterSieetwa eine Stunde

Was Sie selbst machen dürfen und was nicht

Das Balkonkraftwerk selbst, also Module, Wechselrichter und Anschlusskabel, dürfen Sie aufbauen, in eine geeignete Steckdose stecken und anmelden. Die Gartensteckdose ist keine bloße Steckdose, sondern ein neuer Stromkreis im Freien. Den schließt der Elektriker an.
ArbeitWer
Standort wählen, Graben ausheben, Fundament vorbereitenSie
Erdkabel verlegen, Gartensteckdose setzen und am Hausnetz anschließen, Schutzschalter prüfenElektriker
Gestell und Module aufbauen, Wechselrichter befestigen und ansteckenSie
Anmeldung im MarktstammdatenregisterSie, kostenlos
Gehäuse des Wechselrichters öffnen, Kabel im Gerät verändernNie

Die Grenzen für Steckersolargeräte: Der Wechselrichter darf höchstens 800 VA abgeben, die Module zusammen höchstens 2.000 Wp. Entscheidend ist die Angabe auf dem Typenschild, nicht eine Einstellung in der App. An einer normalen Schuko-Steckdose sind bis 960 Wp Modulleistung erlaubt, und zwar nur mit Schutzmaßnahmen nach DIN VDE V 0126-95:2025-12. Ihre 860 Wp liegen darunter. Eine Anmeldung beim Netzbetreiber ist für ein Gerät ohne Speicher nicht vorgesehen, nur der Eintrag im Marktstammdatenregister.

Fünf Begriffe, die in der Anleitung vorkommen

Phase 1: Den Standort wählen

  1. Himmelsrichtung bestimmen. Öffnen Sie die Kompass-App und stellen Sie sich dorthin, wo das Gestell stehen soll. Die Module sollen nach Süden zeigen (180 Grad). Südost bis Südwest ist gut.
  2. Schatten prüfen. Fotografieren Sie die Fläche um 9, 12 und 15 Uhr. Achten Sie auf Bäume, Hecken, Gartenhaus und Zaun. Im Gras wächst mit der Zeit auch Bewuchs, der Schatten wirft.
  3. Abstand zur Steckdose festlegen. Das Anschlusskabel des Wechselrichters ist 5 Meter lang. Die Steckdose soll deshalb höchstens etwa 4 Meter vom Wechselrichter entfernt stehen, damit das Kabel nicht gespannt ist. Stecken Sie in die Gartensteckdose nur den Wechselrichter, keine Verteilerleiste.
  4. Weg des Erdkabels festlegen. Das Kabel verläuft vom Haus zur Gartensteckdose. Wählen Sie eine Strecke ohne Wurzeln, Wasserleitungen und Drainage und halten Sie den Weg möglichst kurz. Fragen Sie den Elektriker nach den Anforderungen an Tiefe und Schutz.
  5. Untergrund beurteilen. Das Gestell steht frei und muss Wind aushalten. Der Boden soll fest und eben sein. Auf weicher, nasser Erde sinkt das Fundament ein.
Checkliste Phase 1. Richtung notiert, Schattenfotos gemacht, Abstand zwischen Gestell und Steckdose gemessen, Kabelweg festgelegt, Untergrund beurteilt.

Den Ertrag für Ihren Ort rechnen Sie mit dem Solarrechner. Als grober Richtwert liefern 860 Wp bei freier Südlage in Deutschland etwa 700 bis 900 kWh im Jahr.

Phase 2: Anfragen vor dem Kauf

Phase 3: Einkauf

Bestellen Sie erst, wenn die Antwort des Elektrikers da ist. Prüfen Sie vor dem Kauf immer, was im Lieferumfang steht, denn Angebote mit demselben Titel unterscheiden sich. Manche Angebote sind Sets mit Modulen oder auf 600 W gedrosselt. Lesen Sie den Titel.

Nr.TeilMengeProduktWozu
1Solarmodule2Solarmodul 430 W, bifazial, All-Black, Glas-GlasErzeugen den Strom. Zusammen 860 Wp. Bei Mehrfachpacks entsprechend weniger bestellen.
2Mikrowechselrichter 800 VA1Hoymiles HMS-800W-2T mit WLANZwei Eingänge für zwei Module, Ausgang 800 VA.
3Anschlusskabel zur Steckdose1Netzanschlusskabel BC01 auf Schuko, 5 m, VDE-ZertifikatDer Stecker BC01 passt zu Hoymiles.
4Aufständerung für 2 Module1Aufständerung für 2 Module, 114 cm, Winkel 0 bis 90° einstellbarHält die Module schräg zur Sonne.
5Gartensteckdose1ledscom Polly Gartensteckdose, 2-fach, mit Erdspieß, IP44Setzt der Elektriker. Genügt für das Anschlusskabel.
6Erdkabelnach StreckeErdkabel NYY-J 3×2,5 mm², 50 mVerbindet Haus und Gartensteckdose. Länge nach Ihrer Messung, mit Reserve.
7UV-feste Kabelbinder1 PackKabelbinder schwarz, 300 mm, UV-beständigHalten die Kabel am Gestell. Normale Binder werden draußen in zwei Jahren spröde.

Zusätzlich brauchen Sie aus dem Baumarkt Schrauben, Betonplatten oder Gehwegplatten für das Fundament, Sand fürs Kabelbett und Warnband für den Graben.

Phase 4: Graben und Fundament

Graben für das Erdkabel

  1. Markieren Sie den Weg mit Sprühfarbe oder Schnur vom Haus zur Stelle der Gartensteckdose.
  2. Fragen Sie vor dem Graben bei Ihrem Wasser- und Stromversorger nach Leitungsplänen, wenn Sie nicht sicher sind, was im Boden liegt.
  3. Graben Sie so tief, wie der Elektriker es vorgibt. Die Sohle soll eben sein, ohne Steine.
  4. Legen Sie eine Sandschicht ein. Das Kabel kommt erst, wenn der Elektriker da ist.

Fundament für das Gestell

  1. Wählen Sie einen ebenen Platz und tragen Sie die Grasnarbe ab.
  2. Verdichten Sie den Untergrund mit einem Handstampfer.
  3. Legen Sie Betonplatten oder Gehwegplatten unter die Auflagepunkte. Je schwerer das Fundament, desto weniger kann der Wind das Gestell anheben. Das Gestell gehört auf die Platten und wird mit ihnen verschraubt, nicht nur daraufgestellt.
Windlast ernst nehmen. Zwei Module bilden eine Fläche von rund vier Quadratmetern, an der bei Sturm erhebliche Kräfte ziehen. Ein Fundament aus Platten ersetzt keine Berechnung. Planen Sie großzügig und lassen Sie sich bei Zweifeln von einem Garten- oder Bauunternehmen beraten.

Phase 5: Der Elektriker

Das erledigt der Betrieb an einem Termin:

Erst danach füllen Sie den Graben. Legen Sie Warnband über das Kabel, etwa eine Handbreit über der Sandschicht, bevor Sie die Erde einfüllen.

Phase 6: Aufbautag

Am Vortag

  1. Packen Sie alles aus und vergleichen Sie jedes Teil mit dem Lieferschein.
  2. Lesen Sie die Montageanleitung der Aufständerung vollständig. Wo sie von dieser Anleitung abweicht, gilt die Montageanleitung.
  3. Suchen Sie einen Helfer. Ein Modul wiegt rund 20 kg und lässt sich als große Fläche schwer allein halten.
  4. Wählen Sie einen trockenen, windarmen Tag. Bei Wind fassen die Module wie Segel.

Sicherheit während der Arbeit

Schritt 1: Gestell zusammenbauen

  1. Legen Sie die Teile aus und prüfen Sie sie gegen die Montageanleitung.
  2. Bauen Sie das Gestell zusammen, ohne die Module einzusetzen. Ziehen Sie die Schrauben zunächst leicht an.
  3. Stellen Sie es auf das Fundament. Die Module sollen nach Süden zeigen.
  4. Stellen Sie den Neigungswinkel ein. Für den Jahresertrag sind 30 bis 40 Grad günstig. Steiler hilft im Winter, auch weil Schnee dann leichter abrutscht.
  5. Verschrauben Sie das Gestell mit dem Fundament. Prüfen Sie mit der Wasserwaage die Ausrichtung.
  6. Ziehen Sie alle Schrauben fest. Rütteln Sie kräftig am Gestell. Es darf sich nicht bewegen.

Schritt 2: Module einsetzen

  1. Tragen Sie ein Modul zu zweit an den Längsseiten, nie am Glas und nie an den Kabeln.
  2. Setzen Sie es so ein, dass die Anschlusskabel nach unten zeigen. So läuft kein Wasser in die Stecker.
  3. Befestigen Sie das Modul nach der Anleitung des Gestells.
  4. Setzen Sie das zweite Modul daneben ein.
  5. Rütteln Sie an beiden. Sie dürfen weder klappern noch kippeln.

Schritt 3: Wechselrichter befestigen

  1. Befestigen Sie den Wechselrichter an der Rückseite eines Moduls oder am Gestell. Dort ist er vor Regen und direkter Sonne geschützt.
  2. Die Anschlüsse müssen nach unten zeigen. Er darf nicht im Wasser liegen und braucht Luft ringsum.

Schritt 4: Spannung prüfen

Vergleichen Sie im Datenblatt des Moduls die Leerlaufspannung (Voc) mit der maximalen Eingangsspannung des Wechselrichters. Rechnen Sie bei Frost etwa 10 Prozent auf die Voc auf. Liegt das Ergebnis unter der Eingangsgrenze, passt die Kombination.

Schritt 5: Kabel verlegen und anstecken

  1. Verbinden Sie die Modulkabel mit den DC-Eingängen des Wechselrichters. Modul 1 in Eingang 1, Modul 2 in Eingang 2. Die Stecker rasten hörbar ein.
  2. Führen Sie das Kabel so, dass an der tiefsten Stelle eine Schlaufe nach unten hängt. Regenwasser tropft dort ab.
  3. Befestigen Sie die Kabel mit UV-festen Kabelbindern am Gestell. Es darf nichts über scharfe Kanten laufen oder im Gras liegen.
  4. Stecken Sie das Anschlusskabel auf den AC-Ausgang des Wechselrichters. Der Stecker BC01 rastet ein.
  5. Der Schukostecker kommt erst jetzt in die Gartensteckdose. Der Wechselrichter meldet sich nach einigen Minuten über seine LED.

Schritt 6: Einrichten in der App

  1. Laden Sie die App des Herstellers auf das Handy.
  2. Verbinden Sie den Wechselrichter mit dem WLAN, wie es die Anleitung des Geräts zeigt. Prüfen Sie, dass das WLAN den Garten erreicht.
  3. Prüfen Sie, dass beide Eingänge Leistung liefern.
  4. Notieren Sie Seriennummer und Typenschild-Angaben. Sie brauchen sie für die Anmeldung.

Phase 7: Anmelden im Marktstammdatenregister

  1. Rufen Sie das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur auf und legen Sie ein Konto an.
  2. Wählen Sie „Steckerfertige Solaranlage“ und tragen Sie ein: Standort, Datum der Inbetriebnahme, Modulleistung (860 Wp), Leistung des Wechselrichters (800 VA) und die Daten vom Typenschild.
  3. Speichern Sie die Bestätigung und bewahren Sie sie auf.
  4. Haben Sie einen alten Zähler mit rotierender Scheibe, löst die Anmeldung einen kostenlosen Tausch aus. Der Netzbetreiber meldet sich dazu.

Die ersten Wochen und Pflege

Wenn etwas nicht klappt

SymptomWahrscheinliche UrsacheWas Sie tun
Wechselrichter zeigt keine LEDStecker nicht eingerastet oder Gartensteckdose ohne StromSitz der Stecker prüfen, Schutzschalter im Zählerschrank ansehen
Der Schutzschalter fällt bei Regen herausFeuchtigkeit an Stecker oder SteckdoseStecker trocknen, Abdeckung der Steckdose prüfen, bei Wiederholung Elektriker rufen
Modul liefert weniger als das andereSchatten oder loser SteckerSchatten prüfen, Stecker neu stecken
Gestell neigt oder rutschtFundament zu leicht oder Untergrund weichAnlage abbauen, Fundament vergrößern und verschrauben
App findet den Wechselrichter nichtKein WLAN im GartenRouter näher stellen oder einen Repeater einsetzen

Quellen

Diese Anleitung ersetzt keine Beratung durch Netzbetreiber oder Elektrofachkraft. Die Rechtslage kann sich ändern, prüfen Sie sie vor dem Kauf neu.

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