Selbstbauanleitung Powerstation mit Faltmodul
Am Ende steht eine mobile Solaranlage, die Sie in einer Viertelstunde aufbauen: ein faltbares Solarmodul mit 200 W lädt eine Powerstation mit rund einer Kilowattstunde Speicher. An der Station stecken Sie Lampen, Laptop, Kühlbox, Werkzeug-Akkus oder einen Ventilator ein, ganz ohne Steckdose. Das Set passt in den Kofferraum und eignet sich für Garten, Campingplatz, Gartenhaus und als Notreserve bei einem Stromausfall.
Sie brauchen keine Vorkenntnisse. Es wird nichts geschraubt, nichts gebohrt und nichts an das Hausnetz angeschlossen. Das macht die Lösung zur einfachsten in dieser Reihe und rechtlich unkompliziert: Die Station speist keinen Strom ins Netz, deshalb gibt es keine Anmeldung. Der Preis dafür ist die Leistung. Ein Modul mit 200 W lädt eine Station mit 1.000 Wh nur über den Tag.
Der Ablauf im Überblick
| Phase | Was passiert | Wer | Dauer |
|---|---|---|---|
| 1 | Bedarf rechnen, Station prüfen | Sie | eine halbe Stunde |
| 2 | Einkauf | Sie | eine halbe Stunde plus Lieferzeit |
| 3 | Erste Ladung der Station aus der Steckdose | Sie | einige Stunden, nebenbei |
| 4 | Prüfen, ob Modul und Station zusammenpassen | Sie | 10 Minuten |
| 5 | Aufbau und erster Solarbetrieb | Sie | eine Viertelstunde |
Was Sie selbst machen dürfen und was nicht
| Arbeit | Selbst? |
|---|---|
| Modul aufstellen, Kabel stecken, Station laden | Ja |
| Geräte an die Steckdosen der Station anschließen | Ja |
| Verbindung der Station mit einer Steckdose oder Leitung im Haus | Nein, nicht zulässig |
| Gehäuse der Station oder des Moduls öffnen | Nie |
Fünf Begriffe, die in der Anleitung vorkommen
- Wh (Wattstunde): der Inhalt des Akkus. Eine Station mit 1.024 Wh liefert 1.000 W eine Stunde lang oder 100 W zehn Stunden lang.
- W (Watt): wie viel Leistung ein Gerät zieht oder eine Station abgeben kann.
- Voc: die Spannung des Moduls im Leerlauf. Sie steht im Datenblatt und muss unter der Eingangsgrenze der Station bleiben.
- MC4 und XT60: zwei Steckertypen. MC4 sitzt am Solarmodul, XT60 ist der gelbe Stecker vieler Stationen. Mit einem Adapterkabel verbinden Sie beide.
- LiFePO4: Lithium-Eisenphosphat. Diese Bauart ist robust und hält viele Ladezyklen aus.
Phase 1: Bedarf rechnen, Station prüfen
Was Sie versorgen wollen
Schreiben Sie auf, welche Geräte Sie anschließen wollen, mit Leistung in Watt (steht auf dem Typenschild) und der Laufzeit pro Tag. Multipliziert ergibt das Wattstunden:
| Gerät | Leistung | Laufzeit | Verbrauch |
|---|---|---|---|
| LED-Lampen | 20 W | 4 Stunden | 80 Wh |
| Kühlbox (im Mittel) | 40 W | 12 Stunden | 480 Wh |
| Laptop und Handys laden | 60 W | 3 Stunden | 180 Wh |
| Summe | 740 Wh |
Eine Station mit etwa 1.000 Wh deckt dieses Beispiel für einen Tag. Ein Modul mit 200 W lädt sie bei guter Sonne in ein bis zwei Tagen wieder auf. Heizlüfter, Wasserkocher und Backofen ziehen mehr als 1.000 W und leeren die Station in Minuten. Dafür ist das Set nicht gedacht.
Wie viel das Modul tatsächlich liefert
Die 200 W stehen für den Idealfall. An einem sonnigen Sommertag liefert das Modul in der Mittagszeit etwa 100 bis 150 W, bei Wolken deutlich weniger. Über den Tag kommen rund 500 bis 800 Wh zusammen, im Winter oft unter 150 Wh. Das sind grobe Richtwerte. Den Ertrag für Ihren Ort rechnen Sie mit dem Solarrechner.
Die Station dieser Anleitung
Die Anleitung arbeitet mit der EcoFlow DELTA 2. Sie speichert 1.024 Wh (LiFePO4) und lässt sich erweitern. Ihr Solareingang liegt bei 11 bis 60 V und bis rund 500 W. Prüfen Sie diese Werte im Datenblatt. Das Adapterkabel aus der Einkaufsliste passt dazu. Vergleichen Sie Ihren Tagesbedarf aus der Rechnung oben mit den 1.024 Wh.
Phase 2: Einkauf
Preise und Lieferzeiten ändern sich laufend. Prüfen Sie vor dem Kauf immer, was im Lieferumfang steht, denn Angebote mit demselben Titel unterscheiden sich: Manche enthalten ein Modul, ein Kabel oder eine Tasche, andere nicht.
| Nr. | Teil | Menge | Produkt | Wozu |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Powerstation | 1 | EcoFlow DELTA 2 | Speichert den Strom und gibt ihn über Steckdosen und USB ab. |
| 2 | Faltbares Solarmodul 200 W | 1 | ALLPOWERS faltbares Solarpanel 200 W mit MC4-Ausgang | Liefert den Strom. |
| 3 | Adapterkabel MC4 auf XT60 | 1 | Solarladekabel MC4 auf XT60, 180 cm | Nur nötig, wenn die Station einen XT60-Eingang hat. Sonst nehmen Sie das Kabel des Herstellers. |
| 4 | Verlängerungskabel | 1 | Solarkabel 4 mm², 5 m, beidseitig mit Solarstecker | Nur nötig, wenn das Modul weiter von der Station steht. |
Für den Transport hilft eine Tasche. Einen Ständer fürs Faltmodul brauchen Sie nicht, wenn es eigene Stützen hat. Die meisten Modelle haben welche.
Phase 3: Die erste Ladung
- Packen Sie die Station aus, prüfen Sie sie auf Transportschäden und stellen Sie sie auf eine ebene, trockene Fläche.
- Laden Sie sie vor dem ersten Solarbetrieb mit dem mitgelieferten Netzkabel aus der Steckdose voll. Der Hersteller gibt in der Anleitung den Zeitrahmen an.
- Laden Sie die zugehörige App des Herstellers auf das Handy und koppeln Sie die Station per Bluetooth. Dort sehen Sie später Ladeleistung und Restlaufzeit.
- Installieren Sie angebotene Updates.
Phase 4: Passen Modul und Station zusammen?
Das ist der wichtigste Schritt. Er dauert zehn Minuten und schützt die Station.
- Leerlaufspannung des Moduls ablesen. Sie steht im Datenblatt oder auf dem Typenschild an der Rückseite, als „Voc“. Notieren Sie den genauen Wert.
- Eingangsfenster der Station ablesen. Es steht im Datenblatt der Station, als „Solareingang“ oder „PV-Eingang“, zum Beispiel „11 bis 60 V“.
- Vergleichen. Die Voc muss unter der Obergrenze liegen. Rechnen Sie bei Kälte etwa 10 Prozent auf die Voc auf, weil Module bei Frost mehr Spannung liefern.
- Leistung prüfen. Der Wert „max. Eingangsleistung“ der Station sollte nicht kleiner sein als die Leistung des Moduls. Ist er kleiner, begrenzen die meisten Stationen die Aufnahme selbst. Lesen Sie dazu das Datenblatt.
- Stecker prüfen. Passt der Stecker des Modulkabels (MC4) zum Eingang der Station? Wenn die Station XT60 hat, brauchen Sie das Adapterkabel. Hat sie eine andere Buchse, verwenden Sie das Kabel des Herstellers.
Phase 5: Aufbau und erster Solarbetrieb
Schritt 1: Standort für das Modul wählen
- Suchen Sie eine freie, sonnige Fläche ohne Schatten von Bäumen, Zäunen oder Gebäuden, zwischen 10 und 16 Uhr. Eine Fläche zur Südseite ist ideal.
- Der Boden muss eben und trocken sein.
- Prüfen Sie den Wind: Das Modul wirkt wie ein Segel. Bei starkem Wind legen Sie es flach oder bauen Sie es gar nicht erst auf.
Schritt 2: Modul aufstellen
- Klappen Sie das Modul vorsichtig auf. Stützen Sie es mit den Standbeinen so ab, dass es zur Sonne zeigt. Der Winkel sollte im Sommer etwa 30 bis 40 Grad betragen, im Winter steiler.
- Drehen Sie es so, dass die Sonne senkrecht aufs Modul fällt. Ihr Schatten ist dabei am kürzesten.
- Sichern Sie es gegen Umkippen: mit Steinen, Heringen oder Gewichten an den Standbeinen.
- Legen Sie die Kabel so, dass niemand darüber stolpert und sie nicht im Wasser liegen.
Schritt 3: Station aufstellen
- Stellen Sie die Station im Schatten und nicht auf feuchten Boden. Hitze schadet dem Akku.
- Lassen Sie rings um die Lüftungsöffnungen mindestens eine Handbreit Platz.
- Stellen Sie sie nie unter eine Decke, in einen Rucksack oder in einen geschlossenen Raum ohne Luft, solange sie lädt.
Schritt 4: Modul anschließen
- Prüfen Sie, dass die Station ausgeschaltet ist.
- Stecken Sie das Modulkabel mit dem Adapterkabel (oder dem Herstellerkabel) in den Solareingang der Station. Der Stecker rastet ein oder sitzt fest.
- Schalten Sie die Station ein. In der App oder am Display der Station erscheint nach kurzer Zeit die Ladeleistung in Watt.
- Drehen Sie das Modul bei Bedarf ein Stück nach, bis die Ladeleistung am höchsten ist.
Schritt 5: Geräte anschließen
- Schalten Sie ein Gerät nach dem anderen ein, damit die Station nicht überlastet wird. Bleiben Sie unter der Dauerleistung, die im Datenblatt steht.
- Schließen Sie empfindliche Geräte wie Laptops an die Steckdose oder an den USB-Anschluss an, je nach Leistung.
- Prüfen Sie nach einer halben Stunde, ob Station und Stecker höchstens handwarm sind.
Sicherheit im Betrieb
- Laden Sie die Station nicht im Auto bei Hitze, nicht in der Sonne und nicht unbeaufsichtigt in einem Schlafzimmer.
- Decken Sie die Station nie ab. Sie braucht Luft.
- Ist das Gehäuse beschädigt, die Station ungewöhnlich heiß oder riecht sie verbrannt, trennen Sie alle Kabel, wenn es gefahrlos geht, und stellen Sie sie ins Freie. Rufen Sie bei Rauch die Feuerwehr.
- Schützen Sie die Station vor Regen. Ob das Modul Regen verträgt, steht im Datenblatt unter der Schutzart.
Pflege und Lagerung
- Wischen Sie das Modul mit einem feuchten Tuch ab. Falten Sie es erst, wenn es trocken ist.
- Lagern Sie die Station trocken und frostfrei bei etwa halber Ladung. Laden Sie sie alle paar Monate auf, damit sie nicht tiefentladen wird.
- Laden Sie bei Frost nicht. Viele Stationen sperren das Laden unter 0 Grad. Das steht im Datenblatt.
Wenn etwas nicht klappt
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Was Sie tun |
|---|---|---|
| Station lädt nicht über das Modul | Stecker nicht eingerastet, Polarität falsch oder Spannung außerhalb des Fensters | Stecker prüfen, Voc mit dem Eingangsfenster vergleichen |
| Sehr niedrige Ladeleistung | Schatten, Wolken, falscher Winkel | Modul drehen und neigen, Schatten meiden |
| Ladeleistung bricht ab | Wolke, Überhitzung der Station | Station in den Schatten stellen, Lüftung freihalten |
| Station schaltet bei Last ab | Gerät zieht mehr als die Station abgibt | Leistungsaufnahme des Geräts prüfen, auf mehrere Geräte verteilen |
| Station lädt im Winter nicht | Frostschutz sperrt das Laden | In einen warmen Raum stellen und aufwärmen lassen |
| App findet die Station nicht | Bluetooth am Handy aus oder Abstand zu groß | Bluetooth einschalten, Station näher bringen |
Quellen
- Datenblätter der gewählten Station und des Moduls: Solareingang, Spannungsbereich, Ladeleistung, Schutzart und Temperaturbereich. Die Angaben der Hersteller sind maßgeblich.