Zum Inhalt springen

Selbstbauanleitung Powerstation mit Faltmodul

Lesezeit etwa 15 Minuten · Aufbau in einer Viertelstunde

Am Ende steht eine mobile Solaranlage, die Sie in einer Viertelstunde aufbauen: ein faltbares Solarmodul mit 200 W lädt eine Powerstation mit rund einer Kilowattstunde Speicher. An der Station stecken Sie Lampen, Laptop, Kühlbox, Werkzeug-Akkus oder einen Ventilator ein, ganz ohne Steckdose. Das Set passt in den Kofferraum und eignet sich für Garten, Campingplatz, Gartenhaus und als Notreserve bei einem Stromausfall.

Sie brauchen keine Vorkenntnisse. Es wird nichts geschraubt, nichts gebohrt und nichts an das Hausnetz angeschlossen. Das macht die Lösung zur einfachsten in dieser Reihe und rechtlich unkompliziert: Die Station speist keinen Strom ins Netz, deshalb gibt es keine Anmeldung. Der Preis dafür ist die Leistung. Ein Modul mit 200 W lädt eine Station mit 1.000 Wh nur über den Tag.

Der Ablauf im Überblick

PhaseWas passiertWerDauer
1Bedarf rechnen, Station prüfenSieeine halbe Stunde
2EinkaufSieeine halbe Stunde plus Lieferzeit
3Erste Ladung der Station aus der SteckdoseSieeinige Stunden, nebenbei
4Prüfen, ob Modul und Station zusammenpassenSie10 Minuten
5Aufbau und erster SolarbetriebSieeine Viertelstunde

Was Sie selbst machen dürfen und was nicht

Alles in dieser Anleitung dürfen Sie selbst tun. Die Station hat ein eigenes Gehäuse, Sie stecken nur Kabel zusammen. Eine Anmeldung ist nicht nötig, solange die Station und das Modul nicht mit dem Hausnetz verbunden sind.
Die eine Grenze: Verbinden Sie die Steckdosen der Powerstation nie mit dem Hausnetz, weder über ein Adapterkabel noch über eine Verlängerung mit zwei Steckern. Der Strom würde rückwärts in die Hausleitung fließen. Das ist lebensgefährlich für alle, die an der Leitung arbeiten, und nicht zulässig. Auch das Öffnen der Station ist tabu, im Inneren stehen große Ströme.
ArbeitSelbst?
Modul aufstellen, Kabel stecken, Station ladenJa
Geräte an die Steckdosen der Station anschließenJa
Verbindung der Station mit einer Steckdose oder Leitung im HausNein, nicht zulässig
Gehäuse der Station oder des Moduls öffnenNie

Fünf Begriffe, die in der Anleitung vorkommen

Phase 1: Bedarf rechnen, Station prüfen

Was Sie versorgen wollen

Schreiben Sie auf, welche Geräte Sie anschließen wollen, mit Leistung in Watt (steht auf dem Typenschild) und der Laufzeit pro Tag. Multipliziert ergibt das Wattstunden:

GerätLeistungLaufzeitVerbrauch
LED-Lampen20 W4 Stunden80 Wh
Kühlbox (im Mittel)40 W12 Stunden480 Wh
Laptop und Handys laden60 W3 Stunden180 Wh
Summe740 Wh

Eine Station mit etwa 1.000 Wh deckt dieses Beispiel für einen Tag. Ein Modul mit 200 W lädt sie bei guter Sonne in ein bis zwei Tagen wieder auf. Heizlüfter, Wasserkocher und Backofen ziehen mehr als 1.000 W und leeren die Station in Minuten. Dafür ist das Set nicht gedacht.

Wie viel das Modul tatsächlich liefert

Die 200 W stehen für den Idealfall. An einem sonnigen Sommertag liefert das Modul in der Mittagszeit etwa 100 bis 150 W, bei Wolken deutlich weniger. Über den Tag kommen rund 500 bis 800 Wh zusammen, im Winter oft unter 150 Wh. Das sind grobe Richtwerte. Den Ertrag für Ihren Ort rechnen Sie mit dem Solarrechner.

Die Station dieser Anleitung

Die Anleitung arbeitet mit der EcoFlow DELTA 2. Sie speichert 1.024 Wh (LiFePO4) und lässt sich erweitern. Ihr Solareingang liegt bei 11 bis 60 V und bis rund 500 W. Prüfen Sie diese Werte im Datenblatt. Das Adapterkabel aus der Einkaufsliste passt dazu. Vergleichen Sie Ihren Tagesbedarf aus der Rechnung oben mit den 1.024 Wh.

Checkliste Phase 1. Geräte und Verbrauch aufgeschrieben, Summe in Wattstunden gebildet, mit den 1.024 Wh der Station verglichen.

Phase 2: Einkauf

Preise und Lieferzeiten ändern sich laufend. Prüfen Sie vor dem Kauf immer, was im Lieferumfang steht, denn Angebote mit demselben Titel unterscheiden sich: Manche enthalten ein Modul, ein Kabel oder eine Tasche, andere nicht.

Nr.TeilMengeProduktWozu
1Powerstation1EcoFlow DELTA 2Speichert den Strom und gibt ihn über Steckdosen und USB ab.
2Faltbares Solarmodul 200 W1ALLPOWERS faltbares Solarpanel 200 W mit MC4-AusgangLiefert den Strom.
3Adapterkabel MC4 auf XT601Solarladekabel MC4 auf XT60, 180 cmNur nötig, wenn die Station einen XT60-Eingang hat. Sonst nehmen Sie das Kabel des Herstellers.
4Verlängerungskabel1Solarkabel 4 mm², 5 m, beidseitig mit SolarsteckerNur nötig, wenn das Modul weiter von der Station steht.

Für den Transport hilft eine Tasche. Einen Ständer fürs Faltmodul brauchen Sie nicht, wenn es eigene Stützen hat. Die meisten Modelle haben welche.

Phase 3: Die erste Ladung

  1. Packen Sie die Station aus, prüfen Sie sie auf Transportschäden und stellen Sie sie auf eine ebene, trockene Fläche.
  2. Laden Sie sie vor dem ersten Solarbetrieb mit dem mitgelieferten Netzkabel aus der Steckdose voll. Der Hersteller gibt in der Anleitung den Zeitrahmen an.
  3. Laden Sie die zugehörige App des Herstellers auf das Handy und koppeln Sie die Station per Bluetooth. Dort sehen Sie später Ladeleistung und Restlaufzeit.
  4. Installieren Sie angebotene Updates.

Phase 4: Passen Modul und Station zusammen?

Das ist der wichtigste Schritt. Er dauert zehn Minuten und schützt die Station.

  1. Leerlaufspannung des Moduls ablesen. Sie steht im Datenblatt oder auf dem Typenschild an der Rückseite, als „Voc“. Notieren Sie den genauen Wert.
  2. Eingangsfenster der Station ablesen. Es steht im Datenblatt der Station, als „Solareingang“ oder „PV-Eingang“, zum Beispiel „11 bis 60 V“.
  3. Vergleichen. Die Voc muss unter der Obergrenze liegen. Rechnen Sie bei Kälte etwa 10 Prozent auf die Voc auf, weil Module bei Frost mehr Spannung liefern.
  4. Leistung prüfen. Der Wert „max. Eingangsleistung“ der Station sollte nicht kleiner sein als die Leistung des Moduls. Ist er kleiner, begrenzen die meisten Stationen die Aufnahme selbst. Lesen Sie dazu das Datenblatt.
  5. Stecker prüfen. Passt der Stecker des Modulkabels (MC4) zum Eingang der Station? Wenn die Station XT60 hat, brauchen Sie das Adapterkabel. Hat sie eine andere Buchse, verwenden Sie das Kabel des Herstellers.

Phase 5: Aufbau und erster Solarbetrieb

Schritt 1: Standort für das Modul wählen

  1. Suchen Sie eine freie, sonnige Fläche ohne Schatten von Bäumen, Zäunen oder Gebäuden, zwischen 10 und 16 Uhr. Eine Fläche zur Südseite ist ideal.
  2. Der Boden muss eben und trocken sein.
  3. Prüfen Sie den Wind: Das Modul wirkt wie ein Segel. Bei starkem Wind legen Sie es flach oder bauen Sie es gar nicht erst auf.

Schritt 2: Modul aufstellen

  1. Klappen Sie das Modul vorsichtig auf. Stützen Sie es mit den Standbeinen so ab, dass es zur Sonne zeigt. Der Winkel sollte im Sommer etwa 30 bis 40 Grad betragen, im Winter steiler.
  2. Drehen Sie es so, dass die Sonne senkrecht aufs Modul fällt. Ihr Schatten ist dabei am kürzesten.
  3. Sichern Sie es gegen Umkippen: mit Steinen, Heringen oder Gewichten an den Standbeinen.
  4. Legen Sie die Kabel so, dass niemand darüber stolpert und sie nicht im Wasser liegen.

Schritt 3: Station aufstellen

  1. Stellen Sie die Station im Schatten und nicht auf feuchten Boden. Hitze schadet dem Akku.
  2. Lassen Sie rings um die Lüftungsöffnungen mindestens eine Handbreit Platz.
  3. Stellen Sie sie nie unter eine Decke, in einen Rucksack oder in einen geschlossenen Raum ohne Luft, solange sie lädt.

Schritt 4: Modul anschließen

  1. Prüfen Sie, dass die Station ausgeschaltet ist.
  2. Stecken Sie das Modulkabel mit dem Adapterkabel (oder dem Herstellerkabel) in den Solareingang der Station. Der Stecker rastet ein oder sitzt fest.
  3. Schalten Sie die Station ein. In der App oder am Display der Station erscheint nach kurzer Zeit die Ladeleistung in Watt.
  4. Drehen Sie das Modul bei Bedarf ein Stück nach, bis die Ladeleistung am höchsten ist.

Schritt 5: Geräte anschließen

  1. Schalten Sie ein Gerät nach dem anderen ein, damit die Station nicht überlastet wird. Bleiben Sie unter der Dauerleistung, die im Datenblatt steht.
  2. Schließen Sie empfindliche Geräte wie Laptops an die Steckdose oder an den USB-Anschluss an, je nach Leistung.
  3. Prüfen Sie nach einer halben Stunde, ob Station und Stecker höchstens handwarm sind.

Sicherheit im Betrieb

Pflege und Lagerung

Wenn etwas nicht klappt

SymptomWahrscheinliche UrsacheWas Sie tun
Station lädt nicht über das ModulStecker nicht eingerastet, Polarität falsch oder Spannung außerhalb des FenstersStecker prüfen, Voc mit dem Eingangsfenster vergleichen
Sehr niedrige LadeleistungSchatten, Wolken, falscher WinkelModul drehen und neigen, Schatten meiden
Ladeleistung bricht abWolke, Überhitzung der StationStation in den Schatten stellen, Lüftung freihalten
Station schaltet bei Last abGerät zieht mehr als die Station abgibtLeistungsaufnahme des Geräts prüfen, auf mehrere Geräte verteilen
Station lädt im Winter nichtFrostschutz sperrt das LadenIn einen warmen Raum stellen und aufwärmen lassen
App findet die Station nichtBluetooth am Handy aus oder Abstand zu großBluetooth einschalten, Station näher bringen

Quellen

Diese Anleitung ersetzt nicht die Bedienungsanleitung der Geräte. Prüfen Sie Datenblätter und Herstellerangaben vor dem Kauf und vor dem Anschluss.

* Als Amazon Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen